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Unterwegs mit Rosário
Rosário hat bereits eine Handvoll Jakobsweg Strecken absolviert. Bei dieser letzten hatte sie die Erfahrung, unsere Lieblingsroute alleine zu gehen. Unterwegs begegnete sie Herausforderungen und Überraschungen, aber nichts konnte unsere Wanderin aufhalten. Lesen Sie hier das Interview!

Warum bist du den Jakobsweg gegangen?
Rosário: Ich wollte meinen Geburtstag mal anders feiern. Also beschloss ich, den Weg zu gehen und an diesem Tag in Santiago anzukommen. Ich wollte es unbedingt alleine machen, und nachdem ich mich von Covid erholt hatte, dachte ich, es sei der richtige Zeitpunkt. Also habe ich mich auf meinen fünften Weg begeben.
How many days did it take and which stages did you complete?
Rosario: It took me 6 days, as I had planned. It wasn’t to rush through it, but rather to absorb the experience and be with myself..
Valença – Redondela
Redondela – Pontevedra
Pontevedra – Armenteira
Armenteira – Vilanova de Arousa – Pontecesures
Pontecesures – Teo
Teo – Santiago
Wie haben Sie sich körperlich auf die Reise vorbereitet?
Rosario: Ich habe mich körperlich nicht auf den Weg vorbereitet, weil ich jedes Wochenende wandere, obwohl ich damals wegen Covid pausieren musste. Ich habe mich nur mental vorbereitet und meinen Rucksack gepackt.

Was hat dich auf dem Weg am meisten überrascht?
Rosário: Es war ein Herr, der mich auf dem letzten Kilometer bis zur Plaza del Obradoiro begleiten wollte, weil er mich stehen sah, wie ich die Türme der Kathedrale betrachtete. Während wir gingen, erzählte er mir mitten im Gespräch, dass er seit 42 Jahren in Santiago lebte, und ich antwortete, dass ich Geburtstag hatte, genauer gesagt meinen 42. Geburtstag. Das war für uns beide sehr emotional.
Was war Ihr schwierigster Moment?
Rosário: Es war in Etappe 3 (Pontevedra – Armenteira), als ich in einen heftigen Sturm mit Wind und Regen geriet, Einsamkeit empfand und manchmal auch Frustration darüber, dass ich mich unnötigerweise so fühlte. Es war sehr schwer. Wegen des Regens konnte ich nichts essen und kam mit Blasen an den Fersen in der Herberge an, körperlich völlig erschöpft, aber vor allem psychisch. Jedenfalls wusste ich, dass ich all diese Gefühle früher oder später verstehen würde.

Was darf in einem Pilgerkoffer nicht fehlen?
Rosario: Ein Paar Hausschuhe zum Anziehen am Ende jeder Etappe und Pflaster für Blasen!
Wenn du nur einen Tipp für Leute hättest, die überlegen, den Weg zu gehen, was wäre das?
Rosário: Einen möglichst leichten Rucksack mitnehmen.
Wie war deine Reaktion, als du in Santiago ankamst?
Rosário: Im Zentrum der Plaza del Obradoiro anhalten, nachdenken, danken und den Moment mit einem Foto verewigen.
Toast mit Tomaten oder Toast mit Butter?
Rosario: Weder noch. Toast mit Marmelade.




