Interviews

"Unterwegs" mit Cátia

Manche Wege geht man nicht nur mit den Füßen, sondern mit offenem Herzen und einer Seele, die bereit ist, sich zu verändern. Für Cátia war der Jakobsweg mehr als nur eine Reise: Es war ein Wiedersehen mit der Stille, der Natur und allem, was sie heilen musste.

Jede Etappe war ein tiefes Eintauchen, und jeder Schritt fühlte sich wie eine Befreiung an.

In diesem ehrlichen und bewegenden Austausch entdecken wir, wie der Weg ein Spiegel dessen sein kann, was wir sind… und dessen, was wir bereit sind, hinter uns zu lassen.

Spüre jedes Wort.

1. Was hat dich motiviert, den Jakobsweg zu gehen?
Was mich motiviert hat, den Jakobsweg zu gehen, war eine sehr klare Absicht. Ich wusste genau, woran ich in mir arbeiten wollte, und bin mit offenem Herzen in dieses Erlebnis gegangen. Bevor ich den ersten Schritt machte, hatte ich bereits tief über meine Absicht und darüber nachgedacht, was ich heilen, verstehen und transformieren wollte. Ich spürte einen sehr starken Ruf, mich mit mir selbst, mit der Natur, mit der Stille und mit der Spiritualität des Weges zu verbinden. Mehr als nur in Santiago anzukommen, war mein Fokus, jede Etappe als Teil eines Prozesses der inneren Ausrichtung und Wiederbegegnung zu erleben.

2. Wie viel Zeit verging zwischen deiner Entscheidung und dem Start des Weges?
5 Monate.

3. Welchen Weg hast du gewählt und warum?
Den Zentralweg. Weil ich schon einige Informationen zu dieser Strecke hatte und mich damit wohler fühlte.

4. Wie viele Tage hast du gebraucht?
6 Tage.

5. Welche Etappen hast du gemacht und welche waren die eindrücklichsten?
Auf dem zentralportugiesischen Weg, den ich gegangen bin, gab es mehrere Etappen, die mir jeden Tag etwas Neues beigebracht haben. Jeder Schritt war eine Einladung, präsent zu sein und nachzudenken. Die eindrücklichste Etappe für mich, besonders emotional, war die, die in Caldas de Reis endete. Dort spürte ich eine große emotionale Entladung... der Körper müde und der Geist verarbeitete alles, was ich bis dahin erlebt hatte. In Caldas de Reis anzukommen, war wie eine Art innere Wiedergeburt, ein Moment der Befreiung, wo ich alte Lasten und Schmerzen losließ, die mir nicht mehr dienten. Es war eine tiefe Erfahrung, die mich im Innersten berührte und die ich mit viel Zuneigung und Dankbarkeit in meinem Herzen bewahre.

6. Wie haben Sie sich körperlich und geistig auf den Camino vorbereitet?
Gehen und Laufen - 6 Monate im Voraus.

7. Bist du den Weg alleine oder in Begleitung gegangen? Wenn in Begleitung, mit wem?
Ich bin mit meinem Ex-Partner gegangen. Ich habe die Beziehung eine Woche nach dem Weg beendet 😂

8. Was war der schwierigste Moment?
Caldas de Reis, ohne Zweifel.

9. Gab es etwas, das Sie auf dem Weg dorthin überrascht hat?
Die Freundlichkeit der Menschen.

10. Was war die beste Mahlzeit, die du auf dem Weg hattest?
Eine Dose Thunfisch mitten im Wald (ein besonderer Moment).

11. Wo haben Sie die beste Unterkunft auf dem Weg gefunden?
Standard

12. Hast du jemanden getroffen, der dich besonders beeindruckt hat?
Alle Leute haben mich positiv beeindruckt 🥰

13. Was darf im Rucksack eines Pilgers nicht fehlen?
Im Rucksack eines Pilgers darf das Wesentliche nicht fehlen, um Komfort, Sicherheit und Leichtigkeit auf dem Weg zu gewährleisten. Für mich ist das Wichtigste, leichte und dem Wetter angepasste Kleidung, bequeme Schuhe, die schon gut eingelaufen sind, und eine wiederverwendbare Wasserflasche dabei zu haben, um hydriert zu bleiben. Ich nehme auch einen Hut oder eine Kappe zum Sonnenschutz, Sonnencreme und eine kleine persönliche Apotheke mit grundlegenden Dingen wie Pflastern, Blasencreme und einem Schmerzmittel mit. Ein Notizbuch und ein Stift, um Gedanken und Emotionen festzuhalten, sind wertvoll für meine spirituelle Praxis. Und natürlich etwas zur Stärkung des Körpers... einfache, nahrhafte und glutenfreie Snacks, die mir unterwegs Energie geben. Das Geheimnis ist, nur das Nötigste mitzunehmen, damit der Rucksack leicht ist und der Weg mit Freiheit und Freude gegangen werden kann.

14. Wie hast du dich gefühlt, als du in Santiago angekommen bist?
Das Gefühl beschreiben... GLORIA.

15. Gibt es ein Lied, das deinen Weg geprägt hat, das wir unserer Playlist hinzufügen können?
Hans Zimmer – Time

16. Wenn du den Leuten, die überlegen, den Weg zu gehen, nur einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?
Geht ihn mit offenem Herzen und leerem Geist. Öffnet euch der Erfahrung und der Liebe. Der Weg gibt uns alles, was wir brauchen.

17. Gab es eine Erkenntnis oder persönliche Veränderung, die sich aus der Erfahrung ergeben hat?
„Der wahre Jakobsweg beginnt, wenn du ihn beendest.“

18. Nachdem du den Weg abgeschlossen hast, hast du das Gefühl, dass die Erfahrung deinen anfänglichen Erwartungen entsprochen hat? Inwiefern?
Es hat meine Erwartungen übertroffen! Es war eine der transformierendsten Erfahrungen meines Lebens.

19. Hast du an einer Feier oder einem kulturellen Event auf dem Weg teilgenommen? Wie war diese Erfahrung?
Ich habe nicht teilgenommen 🤍

20. Wenn du den Weg in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?
Freiheit. Befreiung. Glaube.

21. Hast du vor, den Jakobsweg noch einmal zu gehen oder andere Routen zu erkunden?
Ich werde dieses Jahr meinen zweiten Jakobsweg gehen. Diesmal den Küstenweg. Ich starte am 25. September (mein Geburtstag).

Hinterlasse einen Kommentar