Interviews

"Unterwegs" mit Filipa

Manche Wege geht man nicht nur mit den Füßen, sondern mit offenem Herzen, einer lauschenden Seele und dem Mut, sich verwandeln zu lassen. Zwischen grünen Pfaden, umarmender Stille und unerwarteten Begegnungen gibt es eine Reise, die lange vor dem ersten Schritt beginnt und weit nach der letzten Ankunft weitergeht.

Filipa hat uns von ihrer Reise erzählt: eine Reise voller Blasen und Schönheit, Widerstandsfähigkeit und Glaube, Picknicks mitten in der Natur und kleinen Steinmauern, die vergessene Geschichten erzählen. Sie hat diesen Bericht mit Wahrheit und Emotionen gefüllt, und es ist unmöglich, den Widerhall ihrer Reise nicht in jeder Antwort zu spüren.

Lies den Artikel und lass dich mitreißen. 🌿

1. Was hat dich motiviert, den Jakobsweg zu gehen?
Vor ein paar Jahren bin ich mit einer Freundin etappenweise den Pilgerweg nach Fátima gegangen, der auch Teilstücke des Jakobswegs nutzte. Diese Verbindung zur Natur, diese Schönheit, diese Momente der Selbstreflexion, die Energie, die uns die Menschen entgegenbrachten, die den umgekehrten Weg nach Santiago gingen – all das hat mich sehr geprägt. Und so entstand das Versprechen, eines Tages selbst den Jakobsweg zu gehen... und dieser Tag ist gekommen.

2. Wie viel Zeit verging zwischen deiner Entscheidung und dem Start des Weges?
Es vergingen 3 Jahre.

3. Welchen Weg hast du gewählt und warum?
Wir haben den Zentralweg gewählt, ich habe ein starkes Bedürfnis, mich mit dem Grün der Natur, den Bergen und den Pfaden zu verbinden. Ich bin Trailrunnerin, und wenn ich mich durch diese oft vergessenen, magischen Orte bewege, spüre ich einen unerklärlichen Frieden.

4. Wie viele Tage hast du gebraucht?
6 Tage

5. Welche Etappen hast du gemacht und welche waren die eindrücklichsten?
Porto- Pedra Furada
Pedra Furada- Ponte de Lima
Pte Lima- Valença
Valença – Cessante
Cessante – Caldas de Reis
Caldas de Reis- Santiago de Compostela
Die Etappe, die mir am besten gefallen hat, war die letzte: Caldas de Reis/Santiago de Compostela.

6. Wie haben Sie sich körperlich und mental auf den Camino vorbereitet?
Ich bin Trailläufer, mein Training ist auf dem neuesten Stand 😁 Mental... seit der Geburt meines Sohnes mit Autismus vor 17 Jahren habe ich die Resilienz entwickelt, um Kämpfe zu überwinden.

7. Bist du den Weg alleine oder in Begleitung gegangen? Wenn in Begleitung, mit wem?
Ich bin mit einem Ultramarathon-Freund gegangen. Thiago Souza

8. Was war der herausforderndste Moment?
Für mich war es, als die zahllosen Blasen platzten, es war ein sehr schmerzhafter Nachmittag, das Tagesziel zu erreichen.

9. Gab es etwas, das dich auf dem Weg überrascht hat?
Ja, die magischen Orte, die vom Menschen versteckt und vergessen wurden, die Schönheit und Geschichte, die sie vermitteln. Und die kleinen Mauern aus Steinchen, so wunderschön.

10. Was war die beste Mahlzeit, die du auf dem Weg hattest?
Ohne Zweifel unsere Picknicks mitten in der Natur, nicht mal das Tischchen fehlte 😁 Aber im Allgemeinen und obwohl ich viele Ernährungsbeschränkungen hatte, was die größte Herausforderung war, haben wir es gut hinbekommen.

11. Wo hast du die beste Unterkunft auf dem Weg gefunden?
Mir haben die in Pedra Furada und in Caldas de Rei sehr gut gefallen.

12. Hast du jemanden getroffen, der dich besonders beeindruckt hat?
Ja, tatsächlich ein außergewöhnliches Paar aus Portugal, Paulo und Cláudia, die uns auf Teilen des Weges begleitet haben. Wir hatten sehr tiefe Gespräche und konnten uns verletzlich zeigen, obwohl wir uns nicht kannten.

13. Was darf im Rucksack eines Pilgers nicht fehlen?
Gute Socken 😁, Snacks, Material zur Blasenbehandlung, Vaseline…

14. Wie hast du dich gefühlt, als du in Santiago angekommen bist?
Ich empfand großes Glück, eine unbeschreibliche Ruhe und Frieden.

15. Gibt es ein Lied, das deinen Weg geprägt hat, das wir unserer Playlist hinzufügen können?
In meinem Kopf lief dutzende Male das Lied “Who I Am von Wyn Starks”.

16. Wenn du den Leuten, die überlegen, den Weg zu gehen, nur einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?
Geht los, habt keine Erwartungen, genießt einfach den Weg, ihr werdet in ein magisches Portal der Zeit und der Rückkehr zum einfachen Leben eintreten.

17. Gab es eine Erkenntnis oder persönliche Veränderung, die sich aus der Erfahrung ergeben hat?
Ja, es gab eine. Hier drinnen hat sich vieles verändert, die Art, wie ich mein Leben führe, wie ich meinen Glauben empfinde und meiner Intuition folge.

18. Nachdem du den Weg abgeschlossen hast, hast du das Gefühl, dass die Erfahrung deinen anfänglichen Erwartungen entsprochen hat? Inwiefern?
Ich glaube, die Tatsache, dass ich am Anfang absolut keine Erwartungen hatte, hat die Erfahrung so intensiv und transformierend gemacht.

19. Hast du an einer Feier oder einem kulturellen Event auf dem Weg teilgenommen? Wie war diese Erfahrung?
Wir hatten diese Gelegenheit nicht, aber in die Kirchen und Kathedralen zu gehen und diese Energie zu spüren, war intensiv.

20. Wenn du den Weg in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?
Magisch, Verwandlung, Wunderschön

21. Hast du vor, den Jakobsweg noch einmal zu gehen oder andere Routen zu erkunden?
Ja, ich möchte andere Routen gehen.

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