Interviews

Unterwegs mit Luís

Heute teilen wir das Interview mit Luís, der sich entschieden hat, den Jakobsweg zu gehen, um innere und spirituelle Ruhe zu finden. Mehr als nur eine Wanderung war es eine Gelegenheit, Kameradschaft zu erleben und zu den Ursprüngen zurückzukehren. Beim Durchqueren der Dörfer und Kleinstädte, fernab vom Trubel der Städte, fand er eine neue Perspektive auf Einfachheit und Gemeinschaft, was die Erfahrung noch bereichernder machte. 


1. Warum haben Sie sich entschieden, den Camino zu gehen? Wie viel Zeit verging zwischen der Entscheidung und dem Aufbruch?
Wir haben uns für den Weg entschieden, um inneren Frieden zu finden, um zur Ruhe zu kommen. Aber auch auf der Suche nach der Erfahrung von Kameradschaft und einer Rückkehr zu den Wurzeln, die man in den Dörfern und Städten, weit weg von den Städten, finden kann.

2. Welchen Weg hast du gewählt?
Wir haben mit dem Zentralportugiesischen Weg begonnen (seitdem haben wir auch den Englischen, Französischen, Finisterra und den Portugiesischen Küstenweg gemacht).

3. Wie viele Tage hast du gebraucht? 
6 Tage.

4. Welche Etappen hast du gemacht?
Valença do Minho > O Porrinho (1). O Porrinho > Redondela (2). Redondela > Pontevedra (3). Pontevedra > Caldas de Reis (4). Caldas de Reis > Padron (5). Padron > Santiago (6)


5. Wie hast du dich körperlich auf den Weg vorbereitet?
Mit Wanderungen (erst kürzere, dann immer längere) und Fahrradtouren.

6. Alleine oder in Begleitung? Wenn in Begleitung, mit wem?
In Begleitung – mit meiner Frau Ângela und meinen Freunden João, Ana, Ricardo, Patrícia.

7. Was war der schwierigste Moment? 
Wir waren auf die Pilgerreise vorbereitet und darauf, ein bisschen zu leiden. Deshalb haben wir es ausgehalten, als am vierten Tag die Schmerzen in den Füßen anfingen.

8. Was hat dich auf dem Weg am meisten überrascht? 
Die ländliche Ursprünglichkeit und Einzigartigkeit der Dörfer und Kleinstädte, durch die wir kommen. Und auch die hervorragende Beschilderung des Weges.

9. Was war die beste Mahlzeit auf dem Weg?
Ein Bocadillo und ein kleines Bier in einem Dorf-Café kurz vor Pontevedra. Es war kalt und meine Füße taten weh. Dieses warme Bocadillo und die Tortilla waren eine Wohltat.


10. Wen hast du auf dem Weg getroffen, den du nie vergessen wirst?
Eine 73-jährige irische Dame mit Krampfadern an den Beinen, die den Weg alleine und mit wenig Geld ging. Ich begleitete sie ganz langsam für ein paar Kilometer, und wir haben uns viel unterhalten. Was für eine Inspiration!

11.Was darf im Rucksack eines Pilgers nicht fehlen?
Die Jakobsmuschel!

12. Wenn du den Leuten, die überlegen, den Weg zu gehen, nur einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?
Zögert den Anfang nicht hinaus.

13. Wie war deine Reaktion, als du in Santiago angekommen bist? 
Wir haben vor Freude geweint.

14. Gibt es ein Lied, das deinen Weg geprägt hat, das wir zu unserer Playlist hinzufügen können? 
Santiago – Fredi Leis.

Hinterlasse einen Kommentar