Interviews

"Unterwegs" mit Joana Rijo

Auf einer Reise, bei der jeder Schritt eine innere Reise ist, fand Joana auf dem portugiesischen Pilgerweg mehr als nur Wanderwege und atemberaubende Landschaften – sie entdeckte sich selbst. Angetrieben von der Suche nach Frieden und Konzentration wanderte sie sechs Tage lang auf einer Route, die von Stille, anhaltendem Regen und dem Lächeln anderer Pilger geprägt war, die mit einem einfachen „buen camino” den Weg erhellten.

In diesem Interview erzählt sie, wie der Weg ihr geholfen hat, Seele und Herz zu öffnen und sie durch Schmerz und Loslösung geheilt hat. Sie erzählt uns von den steilen Anstiegen, der Magie des Waldgrüns und den kristallklaren Bachläufen und wie jede Herausforderung ihren Mut und ihre innere Stärke gestärkt hat. Für Joana ist der Weg Zugehörigkeit, Freiheit, Überwindung – eine so transformative Erfahrung, dass sie plant, sie eines Tages mit ihrer Tochter zu wiederholen.

1. Was hat dich dazu motiviert, den Jakobsweg zu gehen?
Procurar paz e foco dentro de mim mesma

2. Wie viel Zeit verging zwischen deiner Entscheidung und dem Start des Weges?
Es war ein sehr alter Traum, der durch die Ausrichtung der Sterne wahr wurde, und es war zweifellos der richtige Zeitpunkt.

3. Welchen Weg haben Sie gewählt und warum?
Portugiesischer Weg im Landesinneren, durch die Schönheit und Landschaften der Natur in ihrem reinsten Zustand.

4. Wie viele Tage hast du gebraucht?
6 Tage

5. Welche Etappen hast du gemacht und welche waren die eindrücklichsten?
Die eindrücklichste Etappe war die letzte bis Santiago. Ich spürte, dass es fast vorbei war, aber gleichzeitig wollte ich nicht, dass es endet…

6. Wie hast du dich körperlich und mental auf den Weg vorbereitet?
Körperlich habe ich mich mit viel Schwimmen und Sport vorbereitet. Mental hatte ich das Gefühl, schon lange bereit zu sein. Es ging darum, mit offenem Geist hinzugehen und alles anzunehmen, was der Weg mit sich bringt.

7. Hast du den Weg alleine oder in Begleitung gemacht? Wenn in Begleitung, mit wem?
Den Weg geht man nie alleine.

8. Was war der herausforderndste Moment?
Es waren vielleicht die steilen Anstiege vor Arcade und der sintflutartige Regen, der fast nicht nachließ.

9. Gab es etwas, das Sie auf dem Weg dorthin überrascht hat?
Der Zauber des grünen Waldes, das kristallklare Wasser der Bäche, die Freundlichkeit der Pilger.

10. Was war die beste Mahlzeit, die du auf dem Weg hattest?
Die letzte, bevor ich nach Hause zurückgekehrt bin.

11. Wo haben Sie die beste Unterkunft auf dem Weg gefunden?
Sie waren sich alle sehr ähnlich. Wir wohnten in Herbergen, wo wir immer willkommen waren und respektiert wurden.

12. Hast du jemanden getroffen, der dich besonders beeindruckt hat?
Ich habe ein Paar mit zwei kleinen Kindern getroffen, die ein Spiegelbild der Widerstandsfähigkeit waren.

13. Was darf im Rucksack eines Pilgers nicht fehlen?
Bequeme Hausschuhe für jedes Etappenende, Wasser, Ohrstöpsel für diejenigen, die von fremden Geräuschen aufwachen, und Wanderstöcke zur Unterstützung beim Gehen.

14. Wie hast du dich gefühlt, als du in Santiago angekommen bist?
Es war wunderbar, endlich auf der Praça do Obradoiro anzukommen. Die Kathedrale zu betrachten und mich innerlich so friedlich und stark zu fühlen, war einfach großartig.

15. Hast du ein Lied, das deinen Weg geprägt hat und das wir zu unserer Playlist hinzufügen können?
Sailor Song – Gigi Perez

16. Wenn du den Leuten, die überlegen, den Weg zu gehen, nur einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?
Tragt immer bequeme Schuhe!

17. Gab es Lernerfahrungen oder persönliche Veränderungen, die du durch die Erfahrung gemacht hast?
So schwer manche Abschnitte des Weges auch sein mögen, wir sollten ihn immer mit erhobenem Haupt gehen, um seine Schönheit nicht zu verlieren. Dasselbe gilt für unser Leben.

18. Nachdem du den Weg abgeschlossen hast, hast du das Gefühl, dass die Erfahrung deinen anfänglichen Erwartungen entsprochen hat? Auf welche Weise?
Es hat jede Erwartung übertroffen. Ich wusste, dass es transformierend sein würde, ich wusste nur nicht, wie sehr.

19. Hast du an einer Feier oder einem kulturellen Event auf dem Weg teilgenommen? Wie war diese Erfahrung?
Nein.

20. Wenn du den Jakobsweg in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?
Hart, magisch, aufschlussreich.

21. Hast du vor, den Jakobsweg noch einmal zu gehen oder andere Routen zu erkunden?
Ja, andere Routen erkunden, ohne Zweifel. Eines Tages werde ich diese Route noch einmal mit meiner Tochter gehen.

Hinterlasse einen Kommentar