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„Auf dem Weg“ mit Ana
Es gibt Wege, die man mit den Füßen geht, und Wege, die man mit dem Herzen geht, und Anas Geschichte ist einer dieser Wege, die uns daran erinnern, warum der portugiesische Jakobsweg weiterhin so viele Leben verändert. Wir teilen das Zeugnis derjenigen, die sich für die spirituelle Variante entschieden haben, um Stille, Wahrheit und innere Kraft wiederzufinden.
In diesem Interview erzählt Ana uns von ihrer Motivation für die Reise, den emotionalen Eindrücken jeder Etappe, den Herausforderungen, die sie wachsen ließen, und den Momenten schlichter Schönheit, die nur der Jakobsweg bieten kann.
Wenn Sie Inspiration suchen oder die intimere Seite der Pilgerreise verstehen möchten, lädt Sie dieses Gespräch dazu ein, inne zu halten, zu fühlen und zu lesen.

1. Was hat dich dazu motiviert, den Jakobsweg zu gehen?
Was mich motivierte, den Weg zu gehen, war eine sehr klare Absicht. Ich wusste genau, woran ich in mir arbeiten wollte, und ging mit offenem Herzen an diese Erfahrung heran. Bevor ich den ersten Schritt machte, hatte ich bereits tief über meine Absicht nachgedacht und darüber, was ich heilen, verstehen und verändern wollte. Ich verspürte einen sehr starken Drang, mich mit mir selbst, mit der Natur, mit der Stille und mit der Spiritualität des Weges zu verbinden. Mehr als Santiago zu erreichen, war es mein Ziel, jede Etappe als Teil eines Prozesses der Ausrichtung und der inneren Wiederentdeckung zu erleben.
2. Wie viel Zeit verging zwischen deiner Entscheidung und dem Beginn des Jakobswegs?
3 Wochen
3. Welchen Weg hast du gewählt und warum?
Variente Espiritual, ab Valença. Ich habe mich für die Variante Espiritual entschieden, weil ich Stille, Tiefe und Wahrheit brauchte. Ich wollte einen Weg, der mich innerlich berührt, der mir hilft, zu mir selbst zu finden. Und ich hatte das Gefühl, dass dies nur dort möglich sein würde. Ich wollte eine tiefgehende Erfahrung, verbunden mit der Natur, mit der Stille und mit meinem eigenen Inneren. Die Idee, weniger frequentierte Wege zu gehen, symbolische Orte zu passieren und Momente der Kontemplation zu erleben, entsprach meinem Bedürfnis, zu mir selbst zu finden. Ich hatte das Gefühl, dass diese Variante genau das bot, was ich suchte: einen authentischeren, introspektiven und bedeutungsvollen Weg.
4. Wie viele Tage hast du dafür gebraucht?
5 Tage. Ich habe keine Hostels gebucht, keine Apps benutzt, sondern bin einfach den gelben Pfeilen gefolgt.

- 5. Welche Schritte hast du unternommen und welche waren die wichtigsten?
- Valença – Porrino,
- Porrino – Arcade;
- Arcade – Armenteira;
- Armenteira – Vila Nova Arousa;
- Vila Nova Arousa – Padron – Santiago.
Die letzten drei.
6. Wie hast du dich körperlich und mental auf den Weg vorbereitet?
Entschlossenheit ist der erste Schritt 😃 Ich habe einige Wanderungen unternommen.
7. Hast du den Weg alleine oder in Begleitung zurückgelegt? Wenn in Begleitung, mit wem?
Alleine, aber wir sind nie wirklich allein.
8. Was war der schwierigste Moment?
Ich habe geweint, bevor ich in Santiago angekommen bin. Es war, als hätte alles, was ich unterwegs in mir aufgestaut hatte, endlich einen Ausweg gefunden – die Müdigkeit, die Überwindung, die Dankbarkeit. Es waren keine Tränen der Schwäche, sondern der Befreiung. Da wurde mir bewusst, wie sehr mich der Weg verändert hatte.
9. Gab es etwas, das Sie auf dem Weg dorthin überrascht hat?
Ja. Es hat mich überrascht, wie sehr mich kleine Dinge – ein Lächeln, ein „buen camiño”, der Sonnenaufgang – so tief berühren konnten. Ich hatte nicht erwartet, so viel Leichtigkeit zu spüren und so viel Güte bei Fremden zu finden. Der Weg hat mir gezeigt, dass Einfachheit zutiefst transformierend sein kann.

10. Was war das beste Essen, das du unterwegs gegessen hast?
Galicischer Tintenfisch und ein Glas Weißwein
11. Wo haben Sie die beste Unterkunft auf dem Weg gefunden?
Herberge Lameiriñas.

12. Hast du jemanden getroffen, der dich geprägt hat?
Ich habe niemanden getroffen, der mich besonders beeindruckt hat, aber verschiedene Geschichten entlang des Weges haben mich geprägt. Ich erinnere mich besonders an einen Jungen, der wie ich den Weg alleine gegangen ist. Als ich in Santiago ankam, kam er auf mich zu und umarmte mich. Es war ein einfacher Moment, aber voller Bedeutung – der Beweis, dass selbst Fremde auf dem Weg etwas Tiefgründiges und Menschliches miteinander teilen können.
13. Was darf im Rucksack eines Pilgers nicht fehlen?
Handy-Ladegerät, Sonnenbrille, Schlafsack, Aquarius, Compeed, Sonnencreme, Vaseline, Socken, Wechselkleidung, Handtuch, Haarbürste, Zahnbürste und Zahnpasta, Pilgerausweis und Ausweispapiere.
14. Wie hast du dich gefühlt, als du in Santiago angekommen bist?
Ich habe mich lebendig, dankbar und verwandelt gefühlt. Der Weg bleibt für immer in mir.
15. Hast du einen Song, der deinen Weg begleitet und den wir zu unserer Playlist hinzufügen können?
Caminantes – Andrés Suárez, Ivan Ferreiro
16. Wenn du den Menschen, die den Weg gehen wollen, nur einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?
Geht mit offenem Herzen und ohne Eile. Beim Weg geht es nicht nur darum, anzukommen, sondern um jeden Schritt, jede Begegnung und jede Entdeckung, die er mit sich bringt.
17. Gab es irgendwelche Erkenntnisse oder persönliche Veränderungen, die sich aus dieser Erfahrung ergeben haben?
Ich habe gelernt, der Stille zu lauschen, die Natur zu spüren und die Kraft zu erkennen, die in mir steckt.
18. Nachdem du den Weg vollendet hast, hast du das Gefühl, dass die Erfahrung deinen ursprünglichen Erwartungen entsprochen hat? Inwiefern?
Ja. Es war bereits mein zweiter Weg.
19. Hast du an einer Feier oder einem kulturellen Event auf dem Weg teilgenommen? Wie war diese Erfahrung?
Nein.
20. Wenn du den Weg in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?
Überwindung, Reflexion, Erfüllung.
21. Hast du vor, den Jakobsweg noch einmal zu gehen oder andere Routen zu erkunden?
Ja, natürlich. Mein dritter Weg wird Santiago – Finisterra sein.



